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Das efa-Prinzip (Evolutionäre Funktionale Aquaristik), das vor allem durch Phillip Mertens bekannt wurde, orientiert sich an natürlichen Ökosystemen und deren Selbstregulation. Der Bezug zu Fraktalen liegt vor allem in der Art, wie natürliche Strukturen aufgebaut sind.
Fraktale sind Muster, die sich auf verschiedenen Größenebenen wiederholen. In der Natur findet man sie beispielsweise bei:
- Baumästen und Wurzeln,
- Flussläufen,
- Korallenstrukturen,
- Pflanzen und Moosen.
Das EFA-Prinzip versucht, Aquarien so zu gestalten, dass sie natürliche Prozesse und Strukturen nachbilden. Dabei spielen fraktale Eigenschaften in mehreren Bereichen eine Rolle:
- Oberflächenvergrößerung: Verzweigte, unregelmäßige Strukturen wie Wurzeln, Steine oder poröse Materialien besitzen eine sehr große Oberfläche. Diese bietet mehr Lebensraum für Bakterien und Mikroorganismen, die für die biologische Stabilität des Aquariums wichtig sind.
- Naturnahe Gestaltung: Fraktale Muster wirken auf Fische und Wirbellose natürlicher, weil ihre Lebensräume in der Natur ebenfalls aus komplexen, selbstähnlichen Strukturen bestehen.
- Ökologische Stabilität: Je vielfältiger und kleinteiliger die Strukturen sind, desto mehr unterschiedliche Mikrohabitate entstehen. Dies fördert die Biodiversität und unterstützt die Selbstregulation des Systems – ein zentrales Ziel des EFA-Prinzips.
Das efa-Prinzip verwendet also nicht zwingend mathematische Fraktale im engeren Sinn, sondern greift die Erkenntnis auf, dass natürliche Ökosysteme häufig fraktal organisiert sind. Durch die Nachbildung solcher komplexen Strukturen sollen Aquarien stabiler, biologisch aktiver und naturnäher werden.
Fachliche Grundlage
Langzeitstabilisierung der Wasserchemie in Süß- und Meerwasser Aquarien
verfasst von Phillip Mertens am 13.01.2016
Vorwort
Im klassisch betriebenen Aquarium werden die Wasserparameter gemessen und dann mit entsprechenden Mitteln auf die gewünschten Werte gebracht. Diese Werte sind abhängig von den Vorstellungen des Aquarianers. Es stehen viele verschiedene Messmethoden zur Verfügung, die je nach Qualität und Genauigkeit zu unterschiedlichen Praxisergebnissen führen. Allein auf der Basis von Beobachtungen gelingt eine Einstellung der Wasserchemie nur sehr erfahrenen Aquarianern. Wird die Wasserchemie vom Aquarianer nicht durch Messungen kontrolliert und darauf reagierend eingestellt, reduzieren sich Möglichkeiten der Pflanzen-, Korallen- und Fischhaltung entsprechend.
Einleitung
Die Dynamik der Wasserchemie ist in jedem Aquarium anders und einzigartig; und um diese Problematik soll es im Folgenden gehen: Selbst bei identischer Einrichtung zweier baugleicher Aquarien kann sich schon am ersten Tag die Entwicklung der Wasserchemie in beiden Becken stark voneinander unterscheiden. Mit zunehmender Betriebszeit erhöht sich - auch bei einer gleichartigen Wartung - die Tendenz und Wahrscheinlichkeit zum Ungleichgewicht der Parameter des Biosystems.
Anerkennung Mai 2025



